Die Schweiz bleibt 2026 ein ausgesprochen sportaktives Land. Die am 18. August veröffentlichte Studie «Sport Schweiz 2026» des Bundesamts für Sport BASPO basiert auf einer repräsentativen Befragung von rund 15’000 Personen ab 15 Jahren. 52 Prozent gehören zu den sehr Aktiven, die mehrmals pro Woche insgesamt mindestens drei Stunden Sport treiben; 17 Prozent bezeichnen sich als sportlich inaktiv. Gegenüber 2020 hat sich dieses Verhältnis kaum verändert, diе mietrecht-ratgeber.de berichtet.
Wer neben dem eigenen Training Vereine, Wettkämpfe und neue Entwicklungen verfolgt, findet ergänzend aktuelle Sportnachrichten aus der Schweiz und der Welt SPOWO. Die Freizeitgewohnheiten zeigen dabei eine klare Besonderheit: Nicht Stadien oder Hallen dominieren den Alltag, sondern Berge, Wege, Seen, Wälder und zunehmend Fitnessstudios.
Wandern bleibt die Nummer eins in der Schweiz
Bei Sport in der Schweiz 2026 führt eine Aktivität deutlich vor allen anderen: Wandern. Laut BASPO nennen 49 Prozent der Bevölkerung Wandern als ausgeübte Sportart. Dahinter folgen Radfahren mit 34 Prozent, Schwimmen mit 25 Prozent sowie Skifahren und Joggen mit jeweils 23 Prozent.
Der sogenannte «Helvetische Fünfkampf» besteht damit weiterhin aus:
- Wandern: 49 Prozent
- Radfahren: 34 Prozent
- Schwimmen: 25 Prozent
- Skifahren: 23 Prozent
- Joggen beziehungsweise Running: 23 Prozent
Die Reihenfolge erklärt sich nicht allein durch sportliche Tradition. Zwei Drittel der Bevölkerung nutzen laut BASPO die freie Natur als Sportarena. Viele der beliebtesten Aktivitäten lassen sich außerdem flexibel ausüben: Es braucht keinen festen Trainingstermin, keine Mannschaft und bei Wandern oder Running nicht einmal eine kostenpflichtige Anlage.
Der typische Schweizer Freizeitsport wird 2026 stärker durch flexible Bewegung im Alltag geprägt als durch die klassische Vorstellung vom regelmäßigen Training zu festen Vereinszeiten.
Das bedeutet allerdings nicht, dass traditionelle Sportvereine bedeutungslos werden. Sie stehen lediglich stärker im Wettbewerb mit individuellen Angeboten, Fitnessstudios und Sportarten, die sich spontan in den Tagesablauf integrieren lassen.
«Am liebsten bewegt sich die Schweizer Bevölkerung in der freien Natur.»
Bundesamt für Sport BASPO
Skifahren bleibt populär, gehört aber zu den teureren Hobbys
Mit 23 Prozent Beteiligung behauptet sich Skifahren in der Schweiz weiterhin unter den fünf meistgenannten Sportarten. Das ist bemerkenswert, weil kaum eine andere verbreitete Freizeitaktivität einen ähnlich hohen finanziellen und organisatorischen Aufwand mit sich bringt.

Bei den Kosten entscheidet vor allem, ob jemand eigene Ausrüstung besitzt, Material mietet, Tageskarten kauft oder regelmäßig dieselbe Region besucht. Für die Wintersaison 2026/27 weist die Jungfrau Ski Region beispielsweise Tages-Skipässe ab CHF 79 aus. Saison- und Mehrtagesangebote verändern die Rechnung erheblich, wenn viele Skitage zusammenkommen.
Für einen einzelnen Skitag können folgende Posten entstehen:
- Skipass für das Skigebiet
- Ski oder Snowboard inklusive Schuhe bei Mietmaterial
- Helm und weitere Ausrüstung
- Anreise beziehungsweise Parkplatz
- Verpflegung im Skigebiet
- gegebenenfalls Skiunterricht
Wer bereits Ski, Schuhe und Schutzkleidung besitzt und mit öffentlichen Verkehrsmitteln günstig anreisen kann, reduziert die laufenden Ausgaben deutlich. Familien oder Einsteiger mit Mietmaterial und Unterricht erreichen dagegen schnell einen dreistelligen Betrag pro Person und Tag.
| Sportart | Typische Kostenstruktur | Konkrete Preisbeispiele 2026 |
|---|---|---|
| Skifahren | Skipass, Ausrüstung, Fahrt, eventuell Unterricht | Jungfrau Ski Region ab CHF 79 für einen Skipass |
| Fitness | Jahresabo, eventuell Start- oder Chipgebühr | ACTIV FITNESS je nach Kategorie ab rund CHF 499 pro Jahr |
| Tennis | Clubbeitrag, Schläger, Bälle, eventuell Lizenz und Training | Erwachsene in Beispielclubs etwa CHF 220–610 pro Jahr |
| Fußball | Vereinsbeitrag, Schuhe, Bekleidung | je nach Verein und Altersklasse oft etwa CHF 130–500 pro Saison |
| Running | Schuhe und Sportkleidung | keine obligatorischen Anlagen- oder Vereinskosten |
| Wandern | Schuhe, Bekleidung, eventuell Bergbahn | grundsätzlich ohne regelmäßigen Mitgliedsbeitrag möglich |
Die Beträge sind nicht als landesweit verbindliche Tarife zu verstehen. Gerade bei Ski-, Tennis- und Fußballangeboten unterscheiden sich Preise je nach Region, Infrastruktur, Alter und Leistungsumfang erheblich.
Fitness überholt bei Mitgliedschaften die Sportvereine
Eine der auffälligsten Veränderungen der Studie betrifft Fitness in der Schweiz. Krafttraining wird inzwischen von 20 Prozent der Bevölkerung betrieben. Yoga erreicht 16 Prozent. Beide Aktivitäten haben seit der vorherigen großen Erhebung deutlich an Bedeutung gewonnen.
Noch aussagekräftiger ist die Organisationsform: 22 Prozent der Personen ab 15 Jahren sind Mitglied eines Fitnesscenters. Bei Sportvereinen beträgt der entsprechende Anteil 19 Prozent. Fitnesscenter liegen damit 2026 erstmals vor den Vereinen.
Das passt zu einem Alltag, in dem Trainingszeiten flexibel bleiben sollen. Ein Studio kann vor der Arbeit, am Abend oder am Wochenende genutzt werden; Einzeltraining verlangt keine vollständige Mannschaft und kein regelmäßiges Erscheinen zu einem bestimmten Termin.
Preislich existiert eine große Spannweite. ACTIV FITNESS listet für seine Jahresangebote unterschiedliche Kategorien. Je nach Leistungsumfang und Aktionsmodell beginnen bestimmte Jahresabonnements bei etwa CHF 499, während umfangreichere Varianten bis CHF 1’400 pro Jahr kosten können. Fitnesspark nennt für ein reguläres Jahresabo «Fit» CHF 1’270 und für «Swiss Fit» CHF 1’400.
Ein günstiges Fitnessabo kann pro Training ausgesprochen preiswert sein. Entscheidend ist weniger der Jahrespreis als die tatsächliche Nutzungshäufigkeit.
Bei zwei Trainingseinheiten pro Woche ergeben selbst CHF 800 Jahresbeitrag rechnerisch weniger als CHF 8 pro Besuch. Wer nach dem Januarboom nur fünf- oder zehnmal erscheint, bezahlt dagegen faktisch ein sehr teures Einzeltraining.

Tennis kostet vor allem durch Club und Training
Tennis gehört nicht zur Spitzengruppe der fünf meistbetriebenen Sportarten, verfügt in der Schweiz aber über eine dichte Club- und Centerstruktur. Die Tennis-Kosten hängen stärker als beim Running davon ab, welches Modell gewählt wird.
Bei klassischen Tennisclubs zeigen aktuelle Tarife erhebliche Unterschiede. Der Tennisclub Entlebuch verlangt 2026 beispielsweise CHF 220 pro Jahr für eine Aktivmitgliedschaft. Beim Tennisclub Zell liegt der Jahresbeitrag für ein Einzelmitglied bei CHF 430. Der TC Opfikon nennt CHF 490, während beim Tennisclub Rüschlikon für ein erwachsenes Einzelmitglied CHF 610 plus Baufonds vorgesehen sind.
Hinzu kommen je nach Spielniveau:
- Tennisschläger und Besaitung
- Schuhe und Bälle
- Hallenplätze im Winter
- Gruppen- oder Einzeltraining
- Clubgebühren
- Wettkampflizenz
Wer offizielle Turniere oder Interclub-Wettbewerbe spielen möchte, benötigt eine Swiss-Tennis-Lizenz. Die Mitgliederlizenz kostet für Erwachsene aktuell CHF 80, für Juniorinnen und Junioren CHF 50.
Für Kinder bietet Swiss Tennis 2026 zudem das Einstiegsprogramm «Ready? Play!» an. Dort werden 15 Lektionen für CHF 199 angeboten. Solche Programme senken die Einstiegshürde, denn regulärer Tennisunterricht kann einen erheblichen Teil des Jahresbudgets ausmachen.
Freies Spielen im Sommer kann nach dem Clubbeitrag vergleichsweise günstig sein. Wer dagegen wöchentlich Trainerstunden nimmt und im Winter Hallenplätze benötigt, bewegt sich finanziell in einer völlig anderen Kategorie.
Fußball ist als Vereinssport besonders sichtbar
Beim Fußball in der Schweiz muss zwischen medialer Popularität und eigener sportlicher Aktivität unterschieden werden. Fußball gehört zu den sichtbarsten Mannschaftssportarten des Landes, liegt in der Gesamtbevölkerung bei der aktiven Ausübung aber hinter Wandern, Radfahren oder Skifahren.
Seine Stärke liegt im organisierten Sport. Gerade Kinder und Jugendliche trainieren häufig in lokalen Vereinen, während viele Erwachsene Fußball eher verfolgen als selbst regelmäßig auf dem Platz zu stehen.
Die Mitgliedsbeiträge zeigen, dass Fußball im Vergleich zum alpinen Wintersport relativ berechenbar sein kann. FC Ebnat-Kappel verlangt in der Saison 2026/27 je nach Juniorenkategorie CHF 130 bis CHF 180. Beim FC Witikon liegen die Beiträge für viele Juniorenkategorien bei CHF 400 bis CHF 420, aktive Erwachsene bezahlen dort ebenfalls rund CHF 400 bis CHF 420. Der FC Kloten verlangt für zahlreiche Nachwuchskategorien CHF 450 bis CHF 500.
Die großen Unterschiede entstehen durch Infrastruktur, Anzahl der Trainings, Vereinsgröße und enthaltene Leistungen. Zusätzlich können Schuhe, Schienbeinschoner, Trainingsbekleidung, Fahrten zu Spielen oder einmalige Aufnahme- und Lizenzkosten anfallen.
Warum Vereinsfußball trotzdem konkurrenzfähig bleibt
Bei regelmäßiger Nutzung kann der Jahresbeitrag günstig wirken. Ein Spieler mit zwei Trainings und einem Spiel pro Woche erhält während einer Saison sehr viele betreute Sportstunden für einige hundert Franken.
Dazu kommt ein Faktor, den individuelles Joggen oder ein anonymes Fitnessabo kaum ersetzen kann: die soziale Bindung. Die BASPO-Erhebung nennt Gemeinschaft und Geselligkeit sowie Freunde und Kollegen als wichtige Motive für die Mitgliedschaft in Sportvereinen.
Für 59 Prozent der Vereinsmitglieder ist Gemeinschaft und Geselligkeit ein Motiv für ihre Mitgliedschaft.
Running und Wandern gewinnen beim Preisvergleich
Running benötigt keine Mitgliedschaft und keine reservierte Anlage. Ein gutes Paar Laufschuhe ist für viele Freizeitsportler die größte regelmäßige Ausgabe, dazu kommen Kleidung, eventuell eine Sportuhr und Startgebühren bei Veranstaltungen.
Ähnlich niedrig kann die finanzielle Einstiegsschwelle beim Wandern liegen. Wer bereits geeignete Schuhe und wetterfeste Kleidung besitzt, kann zahlreiche Routen ohne Eintritt oder Mitgliedsbeitrag nutzen. Teurer wird es bei häufigen Bergbahnfahrten, Übernachtungen, anspruchsvoller Bergausrüstung oder längeren Anreisen.
Genau diese Kombination aus Flexibilität, Natur und überschaubaren Fixkosten hilft zu erklären, warum Wandern und Running trotz des Wachstums kommerzieller Fitnessangebote so weit vorne bleiben. Für eine Runde Joggen müssen weder Öffnungszeiten geprüft noch Mitspieler organisiert werden.
Die Unterschiede zwischen den Sportarten lassen sich deshalb nicht sinnvoll nur über einen Jahresbetrag vergleichen. Entscheidender ist, welche Fixkosten unvermeidbar sind.
| Kostenfaktor | Wandern | Running | Fitness | Tennis | Fußball | Skifahren |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Mitgliedschaft nötig | Nein | Nein | Meist ja | Häufig | Im Verein ja | Nein |
| Spezialanlage nötig | Nein | Nein | Ja | Ja | Ja | Ja |
| Eigene Ausrüstung | Niedrig bis mittel | Niedrig bis mittel | Niedrig | Mittel | Niedrig bis mittel | Hoch |
| Laufende Eintrittskosten | Meist nein | Nein | Im Abo | Je nach Modell | Meist im Beitrag | Ja |
| Kosten für Unterricht | Optional | Optional | Optional | Häufig relevant | Meist im Verein | Optional |
| Einstieg günstig möglich | Ja | Ja | Ja | Bedingt | Ja | Bedingt |
Was sich beim Schweizer Sport 2026 verändert hat
Die interessanteste Entwicklung besteht nicht darin, dass plötzlich völlig neue Sportarten dominieren. Der Kern bleibt erstaunlich stabil. Wandern, Velofahren, Schwimmen, Skifahren und Joggen bilden weiterhin die Spitze.
Verändert hat sich vielmehr die Art, wie Sport organisiert wird. Krafttraining und Yoga gewinnen, das Training zu Hause hat gegenüber 2020 an Bedeutung zugelegt und Fitnesscenter haben bei den Mitgliedschaften die Sportvereine überholt.
Daraus ergeben sich drei erkennbare Trends:
- Flexible Sportarten passen besser in wechselnde Arbeits- und Freizeitpläne.
- Outdoor-Aktivitäten bleiben wegen Naturerlebnis und geringer organisatorischer Hürden stark.
- Vereine bleiben besonders dort attraktiv, wo Training, Wettkampf und soziale Gemeinschaft zusammengehören.
Auch die soziale Dimension bleibt relevant. Das BASPO stellt einen Zusammenhang zwischen Sportaktivität, Einkommen und Bildung fest: Mit höherem Einkommen und höherer Bildung wird im Durchschnitt mehr Sport betrieben. Kosten sind damit nicht nur eine praktische Frage beim Kauf eines Skipasses oder Fitnessabos, sondern können beeinflussen, welche Angebote überhaupt regelmäßig genutzt werden.
Welche Sportart bietet 2026 das beste Preis-Leistungs-Verhältnis?
Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht. Wer möglichst günstig regelmäßig aktiv sein möchte, findet mit Wandern und Running die niedrigsten Fixkosten. Fußball kann trotz Vereinsbeitrag ebenfalls attraktiv sein, weil regelmäßige Trainings und Wettkämpfe bereits organisiert sind.
Fitness liegt preislich dazwischen und bietet maximale zeitliche Flexibilität. Tennis wird vor allem durch Clubwahl, Training und Hallensaison teurer. Beim Skifahren treiben Skipässe, Anreise und Ausrüstung die Kosten nach oben, gleichzeitig bleibt die Sportart mit 23 Prozent Beteiligung tief in den Freizeitgewohnheiten des Landes verankert.
Die Zahlen aus «Sport Schweiz 2026» zeigen vor allem eines: Die Schweiz hat keinen einzelnen Nationalsport für den Alltag. Wandern dominiert quantitativ, Skifahren bleibt charakteristisch, Fitness wächst, Fußball trägt den Vereinssport und Tennis behauptet sich als etablierte Club- und Individualsportart.

