LinkedIn lockt Jobsuchende, Selbstständige und Vertriebsmitarbeiter mit einem oft 30-tägigen Premium-Probemonat — und vielen ist nicht bewusst, dass nach genau diesen 30 Tagen automatisch ein kostenpflichtiges Abo aktiviert wird. Wer nicht rechtzeitig kündigt, zahlt im günstigsten Fall 29,95 € (Premium Career), bei höheren Stufen wie Sales Navigator schnell über 80 € pro Monat.
Diese Anleitung zeigt, wie Sie LinkedIn Premium kündigen, wo die berüchtigte 24-Stunden-Frist gilt und welche deutsche Sonder-URL eine Kündigung ganz ohne Login erlaubt. Wer auch andere Abo-Fallen umgehen will, findet ergänzend Hinweise in unserer Anleitung zum Apple-Store-Abonnement kündigen.
Die unbequeme Wahrheit: Das Premium-Abo läuft an, sobald die Testphase endet
Anders als viele kostenlose Tests bei Streaming-Diensten endet die LinkedIn-Probephase nicht mit einer Erinnerungsmail und einer aktiven Bestätigungsabfrage. Wenn Sie Ihre Premium-Testphase nicht spätestens 24 Stunden vor Ablauf kündigen, wird der erste Monatsbeitrag stillschweigend abgebucht und das Abo läuft auf Monatsbasis weiter. Diese automatische Verlängerung ist juristisch sauber, weil LinkedIn die Bedingungen vor Beginn der Probephase ausweist.
Welche Premium-Variante haben Sie?
29,95 €/Monat — für Jobsuchende, mit InMails und Profilbesucher-Insights.
47,99 €/Monat — für Selbstständige, mehr InMails und Unternehmensdaten.
82,99 €/Monat — für Vertrieb, Lead-Listen und Saved Searches.
150 €/Monat — für Personalbeschaffung, hohe Hürden bei Kündigung.
Bei Premium Career und Premium Business läuft die Kündigung über das LinkedIn-Konto. Sales Navigator und Recruiter Lite erfordern oft eine zusätzliche Bestätigung — und bei längerfristigen Verträgen können Vertragsstrafen anfallen.
Wichtig: Die Frist von mindestens einen Tag vor dem nächsten Rechnungsdatum ist eine harte Linie. Eine Kündigung um 23:50 Uhr am Ablauftag wird nicht mehr akzeptiert.
Premium Career und Premium Business kündigen — Schritt für Schritt
Kündigung über die LinkedIn-Website
Der schnelle Weg: Kündigung ohne Login (nur für Deutschland und USA)
Eine Sonderregel für deutsche und US-Nutzer: LinkedIn stellt ein spezielles Formular bereit, in dem die Kündigung ohne aktives Login erfolgen kann. Voraussetzung sind die E-Mail-Adresse und einige persönliche Angaben zur Identitätsbestätigung.
Diese Möglichkeit ist hilfreich, wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben oder das Konto bereits gesperrt ist. Das Formular finden Sie auf der LinkedIn-Hilfeseite über die Suche „Premium-Mitgliedschaft kündigen ohne Login“.
Sonderfall iPhone-Nutzer
Wer LinkedIn Premium über die iOS-App abgeschlossen hat, kann es nicht über die LinkedIn-Website kündigen. Die Abrechnung läuft hier über die Apple-ID, und nur dort lässt sich das Abo beenden:
- Auf dem iPhone „Einstellungen“ öffnen, oben den eigenen Namen antippen.
- „Abonnements“ wählen, LinkedIn Premium suchen.
- „Abo beenden“ klicken und bestätigen.
Apple wendet eigene Erstattungsregeln an: Eine Anfrage über reportaproblem.apple.com kann bei einem unbeabsichtigten Abschluss erfolgreich sein, ist aber nicht garantiert.
Was nach der Kündigung passiert
Was bleibt, was geht verloren?
Der größte ärgerliche Verlust für viele Nutzer sind die InMail-Guthaben. Wer in den vergangenen Monaten 10 oder 15 InMails angesammelt, aber nicht eingelöst hat, verliert sie mit dem Kündigungsdatum komplett. Eine Auszahlung in bar ist ausgeschlossen, eine Übertragung auf andere Konten unmöglich.
Vor dem Kündigen erledigen
- ☐ Angesammelte InMails in den letzten Tagen einsetzen
- ☐ Profilbesucher-Liste der letzten 90 Tage als Screenshot speichern
- ☐ Wichtige LinkedIn-Learning-Kurse fertig schauen oder ggf. Zertifikate herunterladen
- ☐ Saved Searches und Lead-Listen aus Sales Navigator exportieren (CSV)
- ☐ Bestätigungsmail der Kündigung als Beleg speichern
Häufige Fragen zur LinkedIn-Premium-Kündigung
Wann genau wird abgebucht — beim Probemonat?
Das Abrechnungsdatum richtet sich nach der lokalen Uhrzeit (UTC für Deutschland). Wer am 1. April um 14:00 Uhr die Probephase startet, wird am 1. Mai um 14:00 Uhr automatisch belastet. Eine Kündigung muss also spätestens am 30. April um 14:00 Uhr erfolgen — die 24-Stunden-Frist wird strikt eingehalten.
Bekomme ich nach versehentlicher Verlängerung Geld zurück?
LinkedIn gewährt grundsätzlich keine anteilige Rückerstattung. Bei einer versehentlichen Erstabbuchung lohnt sich aber eine schnelle E-Mail an den Support — in der Praxis gewährt LinkedIn bei kulanten Fällen den Rückzug in den ersten Tagen. Voraussetzung: Sie haben das Premium-Abo in dieser Zeit nicht aktiv genutzt (keine InMails verschickt, keine erweiterte Suche durchgeführt).
Kann ich nach der Kündigung erneut einen kostenlosen Test starten?
Nein. Wer einmal eine Premium-Testphase abgeschlossen oder beendet hat, ist für mindestens 12 Monate nicht mehr für ein neues Gratis-Probemonat berechtigt. Diese Sperre gilt unabhängig davon, ob Sie sich mit einer neuen E-Mail-Adresse anmelden — LinkedIn erkennt das ursprüngliche Profil über Telefonnummer und IP.
Was passiert mit Aktionsangeboten oder Rabatt-Tarifen?
Wer einen reduzierten Aktionspreis zugesagt bekommen hat (z. B. 50 % Rabatt für 6 Monate) und dann kündigt, verliert diesen Preisnachlass dauerhaft. Eine erneute Reaktivierung erfolgt nur zum aktuellen Vollpreis — der zugesagte Sonderpreis ist verfallen.
Fazit: Den Kalender nutzen, nicht das Gedächtnis
Die LinkedIn-Premium-Falle ist klar konstruiert: lange Probephase, keine aktive Erinnerung, harte 24-Stunden-Frist. Wer am Tag des Probemonat-Beginns sofort einen Kalender-Eintrag für den 28. Tag setzt, fährt am sichersten. Eine zweite Eintragung 2 Tage vor Ablauf gibt zusätzliche Sicherheit. Wenn die Probephase tatsächlich nützlich war, kostet die Kündigung nur einen Klick — und Sie können später jederzeit ein neues Abo abschließen, ohne Bindung an einen alten Vertrag.
Wer LinkedIn parallel mit anderen Business-Tools wie Microsoft 365 nutzt, findet in unserer Anleitung zu Microsoft 365 kündigen mit OneDrive-Datensicherung einen ähnlichen Leitfaden für Software-Abos. Für allgemeine Fragen zur Wirksamkeit einer Online-Kündigung lohnt der Blick auf unsere Anleitung zur Kündigungsfristen und Schriftform-Regeln.
